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2025-08-26
GESCHICHTEN ZUM ANFASSEN - WIE BODENBILDER GESCHICHTEN LEBENDIG MACHEN
Kleine Kinder erforschen ihre Umwelt mit allen Sinnen. Sie probieren aus, ahmen nach und entdecken dabei auch ihre motorischen Fähigkeiten und entwickeln diese weiter. Die kognitive Entwicklung der Kinder ist eng verbunden mit ihrem Spracherwerb. Diese alltägliche Entdeckungsreise findet sich auch in den Bodenlegegeschichten wieder (die angelehnt sind an die Methode von Franz Kett). Diese finden im gemeinsamen Morgenkreis oder in gruppenübergreifenden Projekten ihren Platz. Dabei werden Geschichten, Märchen oder Bilderbücher erzählt. Die Welt, die dabei entsteht, wird mit Tüchern, Naturmaterialien, Figuren und vielen anderen Materialien zum Leben erweckt. So entsteht nach und nach ein Bild der Geschichte auf dem Boden vor den Kindern, daher auch Bodenlegegeschichten.
Als Orientierung wird die Geschichte den Kindern am ersten Tag erzählt und mit den verschiedenen Materialien in der Mitte gelegt, so dass sie die verschiedenen Elemente und die Geschichte kennen lernen und miteinander verknüpfen können. An jedem weiteren Tag werden die Kinder angeregt, die Geschichte selbst aufzubauen und diese zu erzählen. Alle dafür benötigten Materialien befinden sich in einer transparenten Box.
Dabei werden die Kinder und ihre Handlungen sprachlich begleitet, aber auch die Geschichte in deutlicher, klarer und respektvoller Sprache wiedergegeben. Auch die nonverbale Ebene mit Intonation, Mimik und Gestik spielt eine große Rolle. Dadurch, und durch die Wiederholung der Geschichte, werden die Kinder in ihrem Spracherwerb unterstützt, indem sie z. B. verschiedene Gefühle kennen und benennen lernen und ihren Wortschatz mit neuen Worten oder Kenntnissen im Satzbau erweitern.
Mit den Erzählungen können sie ihr Wissen und ihre Kompetenzen erweitern und ihre Merkfähigkeit wird gefördert. Hierfür ist aktives Zuhören, das heißt aufmerksam und konzentriert bei der Sache sein, für die Kinder von Vorteil. Auch die soziale Interaktion wird bei manchen Kindern dabei auf eine kleine Probe gestellt, denn abwarten oder andere aussprechen lassen ist nicht immer leicht. Aber auch die zurückhaltenderen werden abgeholt, indem sie direkt angesprochen werden und gefragt werden, ob sie mithelfen möchten. Es fördert die individuelle Persönlichkeit und stärkt zudem ihr Selbstvertrauen, sowie ihre Selbstwirksamkeit, wenn sie sich während der Bodenlegegeschichte in einer angenehmen Atmosphäre befinden, die sie motiviert.
Den Kindern wird ausreichend Zeit gegeben, um sich selbst sprachlich auszudrücken oder die verschiedenen Elemente auf dem Boden aufzustellen. Die Struktur der Geschichte bleibt immer die gleiche, doch jeden Tag entsteht ein anderes Bild, denn die Kinder können ihre eigene Kreativität und Fantasie beim Aufbau der Geschichte mit einbringen. Das dabei entstandene Bodenbild wird mit den Worten „Kommt und schaut! Kommt und schaut! Was wir heute hier gebaut! Doch nun müssen wir leider gehen und es heißt auf Wiedersehen!“ verabschiedet, bevor es gemeinsam mit den Kindern abgebaut wird und in der Kiste auf seinen nächsten Einsatz wartet.
Anja Haseder, Marcel-Breuer-Straße
Caro - 12:57:06 @ Allgemein