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2025-08-26
BEWEGUNG UND ENTWICKLUNG
Bewegung ist Entwicklung, Veränderung und Lernen.
Für ein Kind bedeutet jede neue Bewegung, die es selbst entdeckt und eigenständig ausführt, etwas bewirken zu können, „selbst wirksam“ zu sein. Mobil zu werden, die Welt erforschen zu dürfen – mit den Händen, mit den Füßen, mit dem Mund, mit dem ganzen Körper. Für Eltern bedeutet die Entwicklung der zunehmenden Mobilität ihres Kindes große Freude – und sie löst Ängste aus! Was, wenn unser Kind die Treppe hinunterfällt
oder krank wird, weil es alles in den Mund nimmt? Wie können wir die Wohnung sicher machen und
unser Kind am besten beschützen? Dennoch sind es die Erfahrungen, aus denen Menschen lernen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder viele Gelegenheiten haben Erfahrungen zu sammeln – in einem geschützten Rahmen.
Das Erste, was ein Baby entdeckt, ist den Kopf zu halten und zu drehen, wahrzunehmen was auf der jeweils anderen Seite ist, woher kommen Geräusche, wo ist es hell, wo ist es dunkel, bewegt sich vielleicht etwas auf der anderen Seite? Eine Umgebung, die es für das Kind interessant und angenehm macht, den Kopf zu drehen, fördert die Lust nach neuen Erfahrungen. Später entdeckt das Baby seine Hände, dann seine Füße, es lernt zu Greifen und Gegenstände eine Zeitlang festzuhalten. In der sozialen Entwicklung lernt es das angenehme Körpergefühl des umsorgt Werdens kennen, die Berührungen, das Lächeln und die Stimmen der Menschen in seiner Umgebung, es wird vertraut mit allem. So entwickelt sich sein Vertrauen in die Welt und zu sich.
Was aber, wenn der Körper immer dick eingepackt ist, an den Füßen Socken sind und die Arme und die Beine wegen enger Kleidung gar nicht beweglich genug? Und, vielleicht ist nichts Interessantes zum Greifen und zum Schmecken in der Nähe? Oder ich kann es nicht erreichen, weil ich in der Babywippe angeschnallt bin? Ich kann mich nicht mal drehen, um in eine bequemere Lage zu kommen. Vielleicht höre ich auch keine vertrauten Stimmen.
Zur Bewegungsentwicklung gehören immer zwei Dinge꞉ Bewegungsfreiheit und die für das Kind vorbereitete Umgebung. Die Erwachsenen sind dafür verantwortlich, die Umgebung so zu gestalten, dass freie Bewegung möglich ist. Die meiste Bewegungsfreiheit und den geschütztesten Rahmen hat ein Kind im ersten Lebensjahr auf dem
Boden oder auf dem Arm. Es ist gut, wenn es kleine Stufen und Unebenheiten gibt, die überwunden werden müssen, und es ist gut, wenn wir die Geduld haben, die Kinder alles selbst und in ihrem eigenen Tempo erfahren zu lassen. Jedes Kind sollte sein Tempo zu lernen und zu entdecken selbst steuern dürfen. Das fördert Selbstwertgefühl und Autonomie. Und beides fördert Entdeckergeist, Lernen und Wohlbefinden. Eine gesunde und selbstständige Bewegungsentwicklung ist der Boden für Wachsen, Lernen und neugierig sein.
Elisabeth Kaufmann, Pädagogische Direktorin
Caro - 12:45:48 @ Allgemein